Dirk Backofen

T-Systems International GmbH, Leiter Telekom Security

„Die Cyberbedrohung wächst exponentiell“, sagte Dirk Backofen. Als Leiter der Telekom Security ist er täglich mit der steigenden Gefahr durch Cyberangriffe konfrontiert. Durchschnittlich gebe es derzeit 31 Millionen Attacken auf die Infrastruktur der deutschen Telekom. Im Jahr 2018 waren es noch 12 Millionen. Wer steckt dahinter, wo kommen diese Angriffe her? Mit diesen Fragen befasst sich die Sicherheitsabteilung der T-Systems International GmbH intensiv.

„Die Vorteile der Digitalisierung sind gleichzeitig ein Risiko“, räumt Backofen ein. Sein Unternehmen beobachtet täglich zwischen drei und acht völlig neue, bisher unbekannte Angriffsmuster. Auch Angriffe über Roboter steigen massiv an. Im April wurden 5,3 Billionen Botnet-Pakete von der Telekom Security detektiert. Vor einem Jahr waren es 330 Milliarden. Besonders brisant: Zahlreiche Nutzer bemerken nicht einmal, dass sie ungewollt Teil eines Bot-Netzwerks werden. Denn Schadsoftware installiert sich auf den vielen smarten Geräten, die zunehmend in den Haushalten zu finden sind. Das Smart Home ist ein Angriffspunkt, der immer stärker in den Fokus der Angreifer rückt. Auch Stromnetze, Energiewerke , Finanzdienstleister oder Autos seien zunehmend betroffen.

„Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, das Wissen um Cybersecurity zu teilen“, betonte Backofen. Angriffe fänden überwiegend über die Netzwerke (51 Prozent), über SSH/Console (26 Prozent), über Passwörter (7 Prozent) und Webseiten (5 Prozent) statt. Betroffen seien auch zunehmend Regierungsbehörden, die massiv und mit einer Vielzahl von Tools angegriffen würden.

„Den exponentiell wachsenden Attacken können wir uns nur zusammen entgegenstellen. Dabei müssen wir schnell sein und Viele werden und immer auf der Hut sein. Die Zusammenarbeit zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor ist ein Muss. Wir brauchen die Armee der Guten“, so Backofen.

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