Dr. Katrin Suder

[5. Mai 2017, veröffentlicht: 14:15 Uhr]

Dr. Katrin Suder, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verteidigung, hat eine erhebliche sicherheitspolitische Lageverschärfung beobachtet. Auf der Potsdamer Konferenz für Nationale Cybersicherheit am Hasso-Plattner-Institut sprach sie über die Bedrohungen des "hybriden Krieges im 21. Jahrhundert", der maßgeblich auch im Cyber- und Informationsraum stattfinde. 

Auch die Bundeswehr sei immer wieder Ziel von Cyber-Angriffen. Gerade in Bezug auf die großen, lang angelegten APT-Angriffe (Advanced Persistent Threat), sei eine genaue Aussage über die gegenwärtige Lage häufig nicht möglich. Auch Propaganda spiele laut Suder für die Bundeswehr eine zentrale Rolle. Am Beispiel der jüngst öffentlich gewordenen Fehlinformation über eine angebliche Vergewaltigung durch Bundeswehrsoldaten in Litauen machte Suder deutlich, wie sehr Digitalisierung und soziale Medien zur Verbreitungsgeschwindigkeit von Propaganda beitragen. Diese versuchte Steuerung der öffentlichen Wahrnehmung habe durchaus auch Konsequenzen für nationale Wahlen, so Suder. 

Mit Blick auf die Gegenstrategien Deutschlands hob die Staatssekretärin die Konsolidierung von IT-Expertise in politischen Strukturen hervor, etwa durch die neue Abteilung "Cyber- und Informationstechnik" im Bundesverteidigungsministerium und durch das neue Kommando "Cyber- und Informationsraum" der Bundeswehr. Das größte Hindernis sehe Suder im Mangel von IT-Experten in Deutschland. Der Staat als Arbeitgeber stehe bei der Anwerbung von Spitzenpersonal in klarer Konkurrenz zur Wirtschaft. Sie forderte daher zu einer Diskussion über neue Personalmodelle auf, da ein Personalmangel innerhalb staatlicher Einrichtungen letztlich allen schaden könne.

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