Dr. Hans-Georg Maaßen

[4. Mai 2017, veröffentlicht: 18:00 Uhr]

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Dr. Hans-Georg Maaßen, zeichnete auf der Potsdamer Konferenz für Nationale Cybersicherheit auf, welche weiteren Angriffsflächen in den kommenden Jahren durch die Digitalisierung entstünden: So seien das autonome Fahren, die Energiewende, das Smart Home, die neuen Anwendungen im Gesundheitsbereich und auch die Vernetzung der Lebensmittelbranche nur einige Beispiele für ein bekanntes Phänomen: "Wo man durch Digitalisierung Komfort gewinnt, so vergrößert man auch die Angriffsfläche für Cyberattacken".

Das BfV widme sich den "Schattenseiten der Digitalisierung" und wie diese von "unserem Gegenüber genutzt werden können". So beobachte Maaßen eine zunehmend aggressive Cyberspionage, die beispielsweise auf Mitarbeiter der Regierung und des Bundestages abziele. Wie bereits bei den Präsidentschaftswahlen 2016 in den USA sei auch in Europa die Beeinflussung von Wahlen durch ausländische Geheimdienste eines der zentralen Themen. Laut Maaßen verdichten sich die Hinweise auf Versuche, auch die Bundestagswahl 2017 zu beeinflussen.

Beim Bundestagshack 2015 seien seinen Worten zufolge "Informationen in großem Umfang abgeflossen", ohne dass bekannt sei, um welche Informationen es sich dabei genau handelt. Diese könnten potenziell für Desinformations- oder Einfluss-Kampagnen genutzt werden. "Ob wir das in diesem Jahr in Deutschland erleben, kann ich nicht vorhersehen, das ist auch eine politische Entscheidung, und ich würde annehmen, eine solche Entscheidung wird dann auch im Kreml getroffen", so Maaßen.

Mit Blick auf den Kampf gegen Hacker-Angriffe forderte Maaßen am Hasso-Plattner-Institut eine politische Grundlage für eine Handlungsoptionen, die nicht nur auf Verteidigung ausgelegt sind: "Sicherheitsbehörden müssen mit effektiven Befugnissen ausgestattet werden, auch die Nachrichtendienste. Online-Durchsuchungen oder aktive Befugnisse im Cyberraum, um Angriffe nicht nur aufzuklären oder zu verhindern, dürfen kein Tabuthema sein".

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