Prof. Christoph Meinel

[1. Juni 2016, veröffentlicht: 15:00 Uhr]

Als Direktor des Hasso-Plattner-Instituts wies Professor Christoph Meinel in seinem Eingangsstatement auf der Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit auf die Konsequenz der neuen Dimensionen hin, die Cyber-Kriminalität heute angenommen habe: "Keiner kann sich alleine wehren, es kommt auf gemeinsame Aktionen an", so der Potsdamer Informatikwissenschaftler.

An den Cyber-Angriff auf den Bundestag im vergangenen Jahr erinnernd geht Meinel auf den sogenannten APT-Angriff ein - den Advanced Persisent Threat. Hierbei handele es sich um über lange Zeit vorbereitete Angriffe, die einer langfristigen Spionage ausgewählter Ziele dienen. Dies gelinge beispielsweise durch das Ausnutzen bisher unentdeckter Schwachstellen in einem System, über mit Malware infizierte, individualisierte Mails oder das Platzieren von Schadsoftware auf einer vom Opfer viel besuchten Website.

Meinels Worten zufolge ist häufig das mangelnde Verständnis von technologischen Zusammenhängen kritischer Erfolgsfaktor bei Cyber-Angriffen. Oft fehle schon die Bereitschaft, ein sorgfältig gewähltes Passwort zu nutzen. Dies treffe nicht nur auf Privatpersonen zu: Auch Firmen versäumen es laut Meinel häufig, die Identitätsdaten der bei Ihnen angemeldeten Nutzer ausreichend zu schützen. Er empfahl beispielsweise die Nutzung des vom HPI zur Verfügung gestellten "Identity Leak Checkers". Die Software überprüfe, ob die eigene E-Mail-Adresse in Verbindung mit anderen persönlichen Daten im Internet offengelegt wurde und missbraucht werden könnte.

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