Brigadegeneral Werner Sczesny

[1. Juni 2016, veröffentlicht: 16:40 Uhr]

Für Werner Sczesny ist sein Auftritt auf der Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit einer der ersten als Vizepräsident für militärische Angelegenheiten im Bundesnachrichtendienst - diese Position hat er seit April 2016 inne. Durch die weltweite Beobachtung von Datenströmen versuche der BND, als Frühwarnsystem für Cyberangriffe zu agieren.

Unter dem Schlagwort SSCD ("SIGINT Support To Cyber Defense" - etwa: technische Fernmeldeaufklärung zur Cyberabwehr) wertet der BND laut Sczesny den gesamten Lebenszyklus eines Angriffs aus und will vor allem auch einen Beitrag zur Zuordnung leisten. Der militärische Vizepräsident des BND spricht hier die national wie international offene Frage an, wie viel Unsicherheit bei der Zuordnung erlaubt sei. In Anspielung auf die Trennung zwischen juristischer und natürlicher Person stellt Sczesny ebenfalls zur Debatte, ob diese Zuordnung in überhaupt personalen Kriterien betrachtet werden müsse.

Während der BND keine Befugnis zu sogenannten "Computer Network Attacks" habe, fordert Sczesny die Klärung eines "probaten Mittels zur Reaktion". Es sei nicht klar, wie weit ein Staat gehen dürfe, um gleichzeitig ethisch und moralisch zu handeln. Auch die Frage danach, ob man einen Angriff während der Ausführung manipulieren dürfe, sodass ein anderes Ergebnis erreicht würde, steht nach Sczesny offen im Raum und bedarf einer Antwort.

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