Dr. Hans-Georg Maaßen

[1. Juni 2016, veröffentlicht: 16:00 Uhr]

Dr. Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, hebt im Rahmen der Potsdamer Konferenz für nationale CyberSicherheit die Migrationswellen des letzten Jahres, die Bedrohungen durch den sogenannten Islamischen Staat und die damit zusammenhängenden Anschläge auf Paris und Brüssel als besonders relevant für die innere Sicherheit hervor. Maaßen zufolge sei "teilweise die alte Weltordnung, so wie wir sie kannten, in Auflösung begriffen", ohne dass die neue bereits zu erkennen sei.

Während laut Maaßen jeder Konflikt in der realen Welt einen Widerklang in der Cyberwelt finde, seien die Chancen für die Verteidigung in letzter Zeit sehr viel schlechter. Er hob insbesonde hervor, dass die Nachrichtendienste in den letzten zehn Jahren im Cyberraum zunehmend aktiver würden. Als entscheidende Vorteile der virtuellen Welt nannte er die dort ermöglichte Effizienz im Sinne eines hohen Schadens bei geringem Einsatz, die Anonymität, Asymmetrie und Möglichkeiten der hybriden Kriegsführung. Maaßen sieht die Cyberwelt als "Achillesferse westlicher Nationen" und betonte: "Wir hängen ab vom Netz, wir hängen am Netz".

Oft sei die Einleitung von Gegenmaßnahmen schwierig, da selten genaue Rückschlüsse auf die Identität der Täter gezogen werden könne. Während Maaßen etwa davon sprach, dass die Beteiligung russischer Nachrichtendienste nur schwer belegbar sei, müsse das Problem ernst genommen werden. Auch bezüglich der Motive liegen häufig nur Vermutungen vor: Im Fall des Angriffs auf den Bundestag im letzten Jahr könne der Beweggrund eine reine Informationsabschöpfung, eine Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit des Parlaments, aber auch ein politisches Signal sein - dafür spreche beispielsweise, dass der Angriff schlecht verschleiert gewesen sei.

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