Christian Lifländer

[2. Juni 2016, veröffentlicht: 11:20 Uhr]

Christian Lifländer, Deputy Head im Bereich Policy der “Cyber Defence Section of the Emerging Security Challenges Division” im NATO-Hauptquartier, beginnt seine Ausführungen mit der Beobachtung, dass viele Nationen Cybersicherheit und -verteidigung im militärischen Sektor zunehmend als Priorität behandeln. So würden auf den nationalen Level nicht nur defensive, sondern auch offensive Fähigkeiten ausgebildet. Nationale Cyberkommandos seien in vielen Ländern Zeichen für die erkannte “Notwendigkeit, das Militär für das digitale Schlachtfeld neu zu organisieren".

Auch arbeiten laut Lifländer viele Staaten an neuen politischen Rahmenbedingungen, um eine engere Zusammenarbeit und einen verbesserten Informationsaustausch mit Unternehmen zu gewährleisten. Als größtes Hindernis im politischen Bereich sieht der NATO-Vertreter, dass die Auswirkungen von Cyberangriffen häufig nicht greifbar und informationeller Natur sind, die Bedrohung als abstrakt wahrgenommen wird. Auch sorgen unterschiedliche Vorstellungen von Internet-Souveränität einzelner Nationen häufig für Probleme bei gemeinsamen Vorhaben auf internationaler Ebene.

Im Breich der Cybersicherheit funktionieren Lifländer zufolge die Grenzen zwischen Bedrohung und Reaktion, militärisch und zivil, öffentlich und privat nicht mehr. Die gegenseitige Unterstützung sowie der Informationsaustausch zwischen verbündeten Nationen auf der einen und zwischen öffentlichen und privaten Akteuren auf der anderen Seite sehe er daher als ausschlaggebend im Kampf gegen Cyberkriminalität. Gerade die Wirtschaft, der einen Großteil der weltweiten Informationssysteme gehöre, liefere die Technologien und das notwendige Know-How für strategische Operationen im Cyberraum.

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